Schlechte Arbeit der Kfz-Werkstatt richtig reklamieren

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Schlechte Arbeit der Kfz-Werkstatt richtig reklamieren

Nicht immer erledigen die Kfz-Werkstätten ihren Job so gut, wie man es von ihnen erwartet. Für die Kunden ist dies mehr als ärgerlich, denn im schlimmsten Fall bezahlen sie viel Geld, ohne dass das eigentliche Problem am Fahrzeug behoben wurde.

Manchmal kommt es aber noch schlimmer. Kann durchaus passieren, dass hinterher neue Schäden auftauchen – und zwar solche, die in der Werkstatt entstanden sind. So mancher Autobesitzer ist verzweifelt und sucht dann einen anderen Werkstattbetrieb auf, wo er erneut viel Geld bezahlt. Aber so muss das nicht enden. Autobesitzer haben das Recht, Mängel zu reklamieren.

Mängel sofort beanstanden

Am sinnvollsten ist es, den Pkw sofort in Augenschein zu nehmen. Getreu dem Motto: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ wird das Auto überprüft. Sollten Mängel zu erkennen sein oder sich herausstellen, dass der ursprüngliche Fehler immer noch vorhanden ist, wird sofort reklamiert. In solch einem Fall muss die Werkstatt handeln, d.h. eine Lösung anbieten.

Natürlich muss der Check nicht zwangsläufig per Sichtprüfung erfolgen. Als Kunde kann man je nach Art der Reparatur natürlich sagen, dass man zunächst eine Probefahrt machen will. Sollte beispielsweise das Getriebe zuerst Geräusche gemacht haben, wird man nach der Reparatur hören, ob diese verschwunden sind.

Sechs Monate Zeit

Fällt der Mangel nicht sofort, sondern z.B. erst einige Wochen später auf, ist das nicht ganz so schlimm. Auch dann ist der Werkstattkunde immer noch zur Reklamation berechtigt. Immerhin gilt in diesem Fall eine Beweislastumkehr ab dem siebten Monat. Anders gesagt: Innerhalb der ersten sechs Monate muss die Werkstatt beweisen, dass der Fehler nicht von ihr kommt.

Spätere Beanstandung am besten schriftlich

Allerdings empfiehlt es sich, spätere Beanstandungen schriftlich zu melden. Dies ist sinnvoll, weil sich im Ernstfall besser nachweisen lässt, dass reklamiert wurde. Hierfür wird ein schriftliches Dokument aufgesetzt und bei der Werkstatt eingereicht. Diese sollte den Empfang bestätigen, damit man abgesichert ist. Fall sich der Werkstattbetreiber weigert, wird das Dokument als Einschreiben mit Rückschein eingesendet.

Chance zum Nachbessern muss gegeben sein

Schon so manch frustrierter Autofahrer kam auf die Idee, sich hinterher einfach den bezahlten Preis erstatten zu lassen. Allerdings ist es nicht so leicht, eine Erstattung einzufordern. Hier ist der Werkstattanbieter durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) geschützt. Es besagt, dass der Kunde dem Anbieter die Chance zur Nachbesserung einräumen muss. Somit muss der Autofahrer der Werkstatt die Chance geben, sich das Auto noch einmal vorzunehmen, um den Mangel zu beseitigen. Insgesamt kann er bis zu dreimal nachbessern.

Noch besser: Gleich eine gute Werkstatt wählen

Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zum Streit mit der Werkstatt kommt. Hierfür empfiehlt es sich, einen guten Werkstattbetrieb auszuwählen. Untersuchungen zeigen, dass Vertragswerkstätten bzw. händlergebundene Werkstätten im Durchschnitt besser abschneiden. Allerdings gelten sie auch als kostspieliger.

Wer deshalb eine freie Werkstatt aufsuchen möchte, sollte bei der Werkstattwahl umso gezielter vorgehen. Es lohnt sich, zuvor einige Bewertungen zu lesen und zu prüfen, ob die Werkstatt Mitglied bei der zuständigen Innung ist. Zwar ist eine erstklassige Ausführung der Werkstattarbeiten damit noch nicht garantiert, doch zumindest liegt die Wahrscheinlichkeit höher.

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