Autowerkstatt erklärt: Die wichtigsten Begriffe rund um Auto und Reparatur

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Autowerkstatt erklärt: Die wichtigsten Begriffe rund um Auto und Reparatur

Die meisten Kraftfahrer müssen gestehen, dass sie sich mit Kfz-Technik nicht einmal ansatzweise auskennen. Deshalb fühlen sie sich in der Werkstatt oftmals aufgeschmissen. Sie können nicht nachvollziehen, was die Kfz-Mechaniker und Meister vorschlagen. Umso mehr müssen sie den Fachkräften vertrauen.

Dabei ist es von Vorteil, zumindest über ein Grundwissen zu verfügen. So fällt es leichter, die Erläuterungen und Vorschläge des Spezialisten nachzuvollziehen. Schließlich könnte es sein, dass unnötige Arbeiten durchgeführt werden – und das nur, um am Kunden noch mehr zu verdienen. Wer deshalb mehr über Automobiltechnik lernen möchte, ist hier genau richtig.

Abgasanlage

Die Abgasanlage beschränkt sich keinesfalls auf das Endrohr vom Auspuff, das am Fahrzeugheck zu sehen ist. Direkt dahinter befindet sich der sogenannte Endtopf, der vor allem Einfluss auf die Lautstärke der Anlage nimmt. Dann folgen Elemente zur Abgasreinigung, wie z.B. Partikelfilter oder Katalysator. Sie gelten als relativ kostspielig, wobei der Katalysator normalerweise über eine unbegrenzte Lebensdauer verfügt. Im Gegensatz zum Dieselpartikelfilter, der je nach Modell ca. alle 120.000 Kilometer getauscht werden muss. Die Kosten für entsprechende Ersatzteile schwanken enorm stark. Ein Endtopf kann 100 bis 200 Euro kosten, ein Partikelfilter noch etwas mehr. Hinzu kommen Kosten für Ausbau- und Einbau, sodass Reparaturen mittlerer Größenordnung schnell mit 300 bis 500 Euro veranschlagt werden.

Bremsanlage

Am Pkw besteht die Bremsanlage aus deutlich mehr Teilen, als es die meisten Autofahrer vermuten. Sie beginnt am Bremspedal, das mit einem Zylinder ordentlich Druck aufbaut. Er gilt als sehr belastbar und übersteht im Regelfall das gesamte Fahrzeugleben – ebenso wie das Pedal. Der Druck wird über die Bremsflüssigkeit übertragen. Bei ihr kann es vorkommen, dass sie alle paar Jahre gewechselt werden muss. Sollte ein Austausch schon seit längerer Zeit nicht mehr gemacht worden sein, ist er vollkommen in Ordnung.

Die Bremsflüssigkeit drückt auf den sogenannten Bremskolben. Auch er ist ein Teil der Bremsanlage, der normalerweise ein Autoleben mühelos übersteht. Anders ergeht es dem Bremsbelag, der auf die Bremsscheibe einwirkt. Der Belag unterliegt dem größten Verschleiß und muss daher häufig gewechselt werden. Wie oft dies erforderlich ist, hängt stark von der Fahrweise ab. Im Allgemeinen halten Bremsbeläge ungefähr 25.000 bis 40.000 Kilometer durch. Die Bremsscheibe ist belastbarer und kommt meist auf den doppelten Zyklus. D.h. jedes zweite Mal, wenn die Bremsbeläge getauscht werden müssen, sind auch die Bremsschreiben dran. Zu den Materialkosten kommen noch Arbeitskosten hinzu, der Gesamtaufwand, um an einem Pkw alle Bremsbeläge und Scheiben zu wechseln, beläuft sich auf ca. 1,5 Stunden.

Getriebe

Auf das Getriebe muss Verlass sein. Es befindet sich direkt am Motor und steuert die Drehzahl der anschließend folgenden Antriebswelle. Gerade beim Anfahren sollten die Räder zunächst langsam drehen, weshalb im Getriebe eine starke Untersetzung greift. Mit jedem Schaltvorgang nach oben wird die Untersetzung verkleinert. Die Abnutzung hängt stark von der Qualität und damit vom Fahrzeugmodell ab. Auch die Fahrweise ist nicht zu vernachlässigen. Bei einen hochwertigen Markenfahrzeug kann bei entsprechend vorsichtiger Nutzung eine Lebensdauer von mehr als 300.000 Kilometern möglich sein. Eine Reparatur gilt im Regelfall als kostspielig, insbesondere wenn es sich um ein Automatikgetriebe handelt.

Klimakompressor

Gleich vorab: Wenn die Klimaanlage streikt, wird es meist richtig teuer. Im Optimalfall genügt es, die Klimaanlagenflüssigkeit zu tauschen. Sollte sie nicht mehr gut sein und sich Feuchtigkeit eingeschlichen haben, droht eine Beschädigung des Klimakompressors. Doch leider lässt dessen Beschädigung meist nicht lange auf sich warten.

Damit die Reparatur nicht zu teuer wird, prüfen viel Werkstätten zunächst die Klimaflüssigkeit. Je nach Analyse wird sie im Anschluss gewechselt. Doch sollte das nichts bringen, ist der Kompressor defekt und die Flüssigkeit muss wieder abgelassen werden. Der Arbeitsschritt war umsonst und die Ersatzteilkosten für einen neuen Kompressor kommen noch hinzu. Der Preis für einen Klimakompressor kann je nach Marke stark schwanken. Hier gilt: Je exklusiver das Fahrzeug, desto höher die Kosten. Dementsprechend sollten sich Autofahrer auf ca. 300 bis 600 Euro einstellen. Hinzu kommen oftmals noch mehrere Arbeitsstunden, sodass die Reparatur einer defekten Klimaanlage mit bis zu 1.000 Euro zu Buche schlagen kann.

Zylinderkopfdichtung

Im Verbrennungsmotor spielen sich komplexe Prozesse ab, die viel Kraft ausüben. Daher muss das Motorgehäuse fest verschlossen sein. Allerdings lässt es sich nicht in einem Stück herstellen, schließlich müssen Kolben, Dichtungen sowie viele weitere Teile erst eingesetzt und eingestellt werden. Ist alles eingebaut, wird der Zylinderkopf eingesetzt und fest verschraubt. Dazwischen befindet sich die Zylinderkopfdichtung.

Im Grunde handelt es sich um eine relativ simple Dichtung. Dennoch gilt ihr Austausch als kostspielig. Zum einen muss das Ersatzteil bzw. die neue Dichtung exakt auf den Motor zugeschnitten sein. Ersatzteilkosten von 50 bis 100 Euro sind daher nicht ungewöhnlich. Hinzu kommen die Montagekosten. Damit der Zylinderkopf abgenommen werden kann, müssen z.B. alle Zündkabel gelöst werden, anschließend die Motorbolzen. Ist die neue Dichtung eingesetzt, gilt es den Motor wieder zusammenzubauen. Insgesamt können etliche Arbeitsstunden anfallen, welche die Reparaturkosten in die Höhe treiben.

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